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7.4 Künftige Ausbaumöglichkeiten

Die vorliegende Arbeit bezieht sich exemplarisch auf das Limpachtal und die Gemeinde Messen, die dabei angewandten Methoden und die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich jedoch auch auf beliebige andere Gemeinden und Regionen variabler Grösse übertragen. Jede Gemeinde und Region kann dabei Informationen zu beliebigen Themen zusammenstellen. Die Inhalte eines Informationssystems sind variabel und können an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Ein Grossteil der Daten im Informationssystem bezieht sich nicht nur auf die Gemeinde Messen, sondern erfasst auch die angrenzenden Gemeinden. Es ist deshalb nahe liegend, beispielsweise die Zonenpläne der Nachbargemeinden in das Informationssystem zu integrieren. Im Rahmen eines Interessenverbandes lassen sich solche Erweiterungen koordinieren und vereinfachen. Auch aus den Bereichen Natur und Landschaft können weitere Informationen aufgenommen werden, insbesondere weil das Limpachtal sowohl vom Kanton Solothurn wie auch vom Kanton Bern als kantonales Vorranggebiet für Natur und Landschaft bzw. als kantonales Aufwertungsgebiet eingestuft wird (siehe Marti 1999, Kapitel 3.5.3). Das Informationssystem kann somit als Grundlage des Landschaftsschutzes und der Landschaftsplanung eingesetzt werden.

Die bestehenden Daten können für Visualisierungen und Planungsaufgaben verwendet werden. Die Kombination von perspektivischen Ansichten mit Vektordaten aus der Raumplanung oder aus dem Ingenieurwesen erlaubt die anschauliche Darstellung komplexer Planungsvorhaben und kann in Genehmigungs- und Mitwirkungsverfahren verwendet werden. Die für die vorliegende Arbeit erstellten perspektivischen Ansichten zeigen dabei nur einen Teil der heutigen Visualisierungsmöglichkeiten. Das Programm ArcView 3D-Analyst, das als Zusatz zu ArcView GIS erhältlich ist, verfügt über Funktionen, die es ermöglichen, ein Gelände quasi dreidimensional darzustellen und aus jedem beliebigen Blickwinkel zu betrachten (siehe Marti, 1999, Kapitel 5.2). Abbildung 29 zeigt eine mit 3D-Anayst erstellte Visualisierung der Gebäude und der Parzellen aus dem Bauzonenplan der Gemeinde Messen auf Grundlage des Orthofotos 1997.

 

Abbildung 29: Zusätzlich zum Orthofoto 1997 werden in dieser Abbildung die Parzellengrenzen und schematisch die Gebäude des Bauzonenplans der Gemeinde Messen auf dem überhöhten digitalen Höhenmodell visualisiert. Die Höhe der Gebäude ist zufällig gewählt (Marti, 1999).

Mit Programmen wie IMAGINE VirtualGIS von ERDAS oder PCI Fly! ist es beispielsweise möglich, in Echtzeit Flüge und Bewegungen von Fahrzeugen und Personen durch ein Gelände zu simulieren. Aus Bilddaten und einem digitalen Höhenmodell werden dabei perspektivische Ansichten erzeugt, wobei Flughöhe, Geschwindigkeit, Richtung und Blickwinkel beliebig wählbar sind.

Auf Grundlage der Bilddaten des Informationssystems können Abbildungen erstellt werden, die künftige Eingriffe in die Kulturlandschaft veranschaulichen. Durch die entsprechende Bearbeitung eines Orthofotos kann dargestellt werden, wie sich beispielsweise eine Renaturierung des Limpachkanals oder eine Erweiterung der Siedlung auf das Landschaftsbild auswirken würde (siehe Marti, 1999, Kapitel 5.2). Diese Abbildungen können wiederum dreidimensional visualisiert und mit zusätzlichen Daten versehen werden, etwa mit CAD-Daten aus einer geplanten Überbauung. Gerade in Mitwirkungsverfahren können Planungen und Bauvorhaben dadurch wesentlich anschaulicher präsentiert werden, als mit zweidimensionalen Plänen. Mit diesen Hilfsmitteln lässt sich veranschaulichen, in welcher Form ein Projekt das Landschafts- und Ortsbild verändert und welche Variante die verträglichste ist.

Während die vorliegende Arbeit an dieser Stelle zu einem Schluss kommt, hat der Einsatz des Informationssystems Messen/Limpachtal gerade erst begonnen. Es wird interessant sein zu verfolgen, wie sich das Informationssystem im praktischen Einsatz bewährt und welche derzeit noch unbekannten Möglichkeiten sich daraus ergeben. Gerade die beschleunigte technologische Entwicklung im Bereich der Satellitenfernerkundung und die veränderten Rahmenbedingungen für den Einsatz Geografischer Informationssysteme werden nicht ohne Einfluss auf das Informationssystem Messen/Limpachtal bleiben.

 

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