Anhang D
Herstellung des Orthofotos 1997
Ausführliche Beschreibung der Orthorektifizierung
der Luftbilder von 1997 (siehe Kapitel 6.6).
Das zur Orthorektifizierung der Luftbilder von 1997 verwendete
Programm heisst PCI OrthoEngine, das im Wesentlichen die gleichen Funktionen zur Luftbildentzerrung wie
das Programmpaket PCI EASI/PACE enthält. Mit OrthoEngine wurden die Luftbilder von 1997 in den folgenden
Schritten orthorektifiziert:
1. Erstellen eines Projektes
2. Festlegen der inneren Orientierung
3. Festlegen der äusseren Orientierung
4. Bestimmen der Verknüpfungspunkte
5. Bündelblock-Ausgleichung
6. Orthorektifizierung der Luftbilder
7. Mosaikieren und Exportieren
1. Erstellen eines Projektes
Das erstellte Projekt bestand aus einer Serie von Luftbildern,
aus denen das Orthofoto gerechnet wurde. Diese Luftbilder wurden mit Hilfe von Verknüpfungspunkten, die
während des Prozesses eingegeben wurden, miteinander verknüpft. Für das Projekt wurden Informationen
zur Art der Projektion und zum verwendeten Kammertyp (153,01 mm) sowie die gewünschte Auflösung eingegeben.
2. Festlegen der inneren Orientierung
Die innere Orientierung bezeichnet die geometrischen Beziehungen
zwischen der Aufnahmekammer und den Luftbildern. Das Festlegen erfolgte durch das Erfassen der Rahmenmarken
der Luftbilder mit Hilfe des Mauszeigers auf dem Bildschirm. Das Programm verwendete diese Rahmenmarken dazu,
den Bildhauptpunkt – das optische Zentrum des Luftbildes – zu berechnen.
3. Festlegen der äusseren Orientierung
Die Beziehung der Luftbilder zum Boden wurde in einem Vorgang
hergestellt, der äussere Orientierung genannt wird. Die signalisierten Triangulationspunkte konnten im
Luftbild ausgemacht und als Passpunkte verwendet werden.
Die verwendeten Triangulationspunkte sind in Tabelle 15
aufgeführt.
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Nummer
006
605
609
611
615
701
704
710
712
713
714
715
716
801
805
806
808
809
|
x-Koordinate
602510,87
598389,43
598616,61
598025,59
598107,57
600860,80
599828,61
600082,67
600035,66
600971,93
599112,77
600465,35
599116,71
601721,86
602238,55
601754,23
602486,80
602352,93
|
y-Koordinate
216251,70
216366,08
215516,96
215186,52
213964,89
217714,63
217182,98
215616,16
215090,38
215129,57
214809,79
214748,64
214115,39
217459,10
215860,68
215521,96
214410,40
213881,98
|
Höhe
über Meer
493,44
474,13
486,01
481,68
534,97
493,16
487,92
496,86
537,10
531,19
524,37
557,61
547,30
467,22
501,99
511,98
551,10
557,31
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Tabelle 15: Die zur Georeferenzierung der Luftbilder
von 1997 verwendeten Triangulationspunkte. Die Koordinaten und die Höhe über Meer sind in Meter angegeben
(Quelle: Vermessungsämter der Kantone Bern und Solothurn, 1997, verändert).
4. Bestimmen der Verknüpfungspunkte
Als Verknüpfungspunkte wurden Punkte verwendet, die
in zwei oder mehreren Luftbildern identifiziert werden konnten. Es war dabei nicht notwendig ihre Koordinaten
zu kennen. Die Verknüpfungspunkte wurden benötigt, um die Luftbilder miteinander zu verknüpfen
und ein einziges mathematisches Modell zur Orthorektifizierung zu berechnen. Diese Methode der Aerotriangulation
wird Bündelblock-Ausgleichung genannt. Durch die Passpunkte wurden die Luftbilder relativ zueinander orientiert
und konnten einfacher mosaikiert werden.
5. Bündelblock-Ausgleichung
Sobald die Orientierung sämtlicher Luftbilder festlag,
konnte die fotogrammetrische Gleichung für alle Bilder simultan gelöst werden. Das Programm benutzte
dabei die Methode der kleinsten Quadrate, um die Fehler zu minimieren. Die Restfehlerbeträge der Gleichung
wurden überprüft und Ausreisser unter den Passpunkten erkannt und ausgeschieden. Durch die Bündelblock-Ausgleichung
wurde die äussere Orientierung unter Berücksichtigung aller verwendeten Luftbilder berechnet, wodurch
Orthofotos erzeugt wurden, die beim Mosaikieren genauer zusammenpassten.
6. Orthorektifizierung der Luftbilder
Nun konnten die Orthofotos gerechnet werden. Für die
Orthorektifizierung wurde das auch für die Luftbilder von 1937 und 1951 verwendete digitale Höhenmodell
eingesetzt.
7. Mosaikieren und Exportieren
Nach der Herstellung der Orthofotos konnten diese zu einem
einzigen Orthofotomosaik zusammengefügt werden. Dies geschah durch das interaktive Festlegen der Schnittlinien
am Bildschirm. Das Orthofotomosaik wurde mitsamt seiner Georeferenzierung in eine TIFF-Datei exportiert.
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