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Die Aufnahmen der 1982 bzw. 1984 gestarteten Satelliten
Landsat-4 und Landsat-5 werden unter anderem in den Themenbereichen Landnutzung, Land- und Forstwirtschaft,
Geologie, Hydrologie sowie für Kartierungen verwendet und eignen sich besonders für Langzeitstudien
über die Vegetation, die biologische Produktivität und die Veränderung von Grenzen fragiler Ökosysteme
(Kramer, 1992, p. 91). Derzeit operiert nur der Satellit Landsat-5, Landsat-4 befindet sich auf Grund fehlerhafter
Datenübertragung seit Dezember 1993 im Schlafmodus. Beide Satelliten verfügen über die Sensoren
MSS (Multi-Spectral Scanner) und TM (Thematic Mapper), von MSS werden jedoch seit
1992 keine Daten mehr regelmässig aufgezeichnet. MSS und TM messen primär die von der Erde reflektierte
elektromagnetische Strahlung im Bereich des sichtbaren Lichts und des Infrarots (siehe Abbildung 13).

Abbildung 13: Die Abbildung zeigt die Wellenlängenabschnitte
der elektromagnetischen Strahlung, die von den Sensoren der Satelliten Landsat-5 und Spot erfasst werden. Für die
vorliegende Arbeit wurden Daten der Kanäle 1 bis 3 von Thematic Mapper (Landsat) und von HRV pan (Spot) verwendet,
die etwa den Bereich des sichtbaren Lichts zwischen 450 und 700 nm aufzeichnen (Kramer 1992, p. 196).
Mit sieben Wellenlängenabschnitten empfängt TM
jedoch wesentlich mehr radiometrische Informationen als MSS und verfügt über eine höhere Auflösung
sowie verbesserte geometrische Treue. Landsat-6 erreichte im Oktober 1993 auf Grund eines Fehlers in
der Treibstoffzufuhr den vorgesehenen Orbit nicht und musste aufgegeben werden. Der Start von Landsat-7
erfolgte am 15. April 1999 (EROS Data Center, 1999). Einige der wichtigsten Kenngrössen der Thematic Mapper
von Landsat-4 und Landsat-5 wurden in Tabelle 5 aufgeführt.
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Flugbahn:
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Sonnensynchron, fast polar
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Flughöhe:
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705 km
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Inklination:
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98,2 Grad
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Umlaufzeit:
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99 Minuten
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Repetitionsrate:
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16 Tage
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Bodenauflösung:
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30 Meter (Kanal 6: 120 Meter)
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Spektrale Auflösung der verwendeten Kanäle
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- Kanal 1:
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450 - 520 nm (sichtbares Licht, blau)
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- Kanal 2:
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520 - 600 nm (sichtbares Licht, grün)
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- Kanal 3:
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630 - 690 nm (sichtbares Licht, Rot)
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Grösse einer Szene:
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185 km mal 172 km
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Dateigrösse:
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5760 Zeilen mal 6928 Pixel
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Radiometrische Auflösung:
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8 Bit
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Tabelle 5: Ausgewählte Kenngrössen von Landsat-4 und
Landsat-5 Thematic Mapper (Kramer, 1992, pp. 92 ff.; EROS Data Center, 1999).
Die Charakteristiken der verschiedenen TM-Kanäle werden
zum Erkennen und Beobachten unterschiedlicher Ressourcen eingesetzt. Beispielsweise wird Kanal 1 für Tiefenmessungen
entlang von Küstengegenden, zur Unterscheidung von Böden und Vegetation sowie zur Unterscheidung verschiedener
Waldarten verwendet. Kanal 2 erkennt Reflexionen gesunder Vegetation im grünen Bereich des sichtbaren Lichts
und Kanal 3 misst die Chlorophyllabsorption der Vegetation. Diese drei Kanäle wurden in der vorliegenden
Arbeit verwendet, um eine Darstellung in Echtfarben zu erzielen (siehe Abbildung
19).
Die in der vorliegenden Arbeit verwendete Landsat-TM-Szene vom 7.
Juli 1984 stammt von Eurimage/NPOC und wurde durch das Geographische Institut der Universität Bern weiterverarbeitet.
Sie bedeckt ähnlich der Spot-Szene einen Ausschnitt von 582400/202600 bis 607890/228090 und erfasst dadurch den Raum
zwischen Biel, Solothurn und Bern. Dies ist jedoch bloss ein Teil der ursprünglich etwa 185 km mal 170 km grossen
Szene. Die Aufnahme wurde offensichtlich durch den Satelliten Landsat-5 erstellt, da der TM-Sensor von Landsat-4 zwischen
Februar 1983 und Anfang 1987 abgeschaltet war (EROS Data Center, 1999).
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