4.3.4 Bildverbesserungen
Das Prinzip der digitalen Bildverbesserung besteht darin, die vorhandenen
Strahlungswerte optisch möglichst günstig darzustellen. Die Strahlungswerte häufen sich meist in einem
gewissen Bereich der Grauwertskala, wodurch ein Bild arm an Kontrast und flau erscheint. Die Häufigkeitsverteilung
der Grauwerte wird in einem so genannten Histogramm dargestellt (siehe Abbildung 10).

Abbildung 10: Für die Kontrastverbesserung
stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die eine je nach Fragestellung optimierte Verteilung der Strahlungswerte
erzielen. Diese Verteilung wird in einem Histogramm grafisch dargestellt (Lillesand & Kiefer, 1994, p. 547).
Durch eine bessere Verteilung auf die gesamte Grauwertskala treten
die radiometrischen Details eines Bildes deutlicher in Erscheinung. Dieses Verfahren wird als Kontrastverbesserung bezeichnet,
die linear oder der Verteilung der Grauwerte angepasst durchgeführt werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit,
nur einen Bereich der Werte über die gesamte Skala darzustellen, wodurch der Bereich radiometrisch hoch aufgelöst
wird und zuvor nicht erkennbare Details sichtbar werden.
Eine lineare Kontrastverbesserung erfolgt für ein Bild mit 256
Grauwerten (8 Bit) durch die folgende Formel (nach Lillesand & Kiefer, 1994, p. 547):

mit
DN' = Grauwert des berechneten Bildelements
DN = Grauwert des ursprünglichen Bildelements
MIN = kleinster Grauwert des Eingabebildes, dem ein Wert von 0 zugewiesen wird
MAX = grösster Grauwert des Eingabebildes, dem ein Wert von 255 zugewiesen wird
Ein weiteres Verfahren besteht in der digitalen Filterung, bei der
die einzelnen Bildelemente im Verhältnis zu den umgebenden Bildelementen verändert werden. Durch die Verwendung
von Hochpassfiltern treten bestimmte Strukturen und Erscheinungen deutlicher hervor, durch Tiefpassfilter können
sie unterdrückt werden. Hochpassfilter werden beispielsweise bei kontrastarmen Bildern eingesetzt, so dass die Aufnahmen
optisch schärfer erscheinen und besonders die linearen Strukturen deutlicher werden. Tiefpassfilter eignen sich zur
Glättung des Bildes, wodurch grossräumige Phänomene erfasst werden können, und zur Reduktion des Rauschens.
Richtungsfilter eignen sich zur Hervorhebung von linearen Strukturen in einer bestimmten Richtung. Filter zur Erkennung
von Rändern lokalisieren die Umrisse der Formen in einem Bild und wandeln sie in weiche oder harte Linien um.
Eine Verbesserung der optischen Bildqualität lässt sich
auch mit Hilfe einer Farbtransformation in den IHS-Farbraum erreichen. In diesem werden nicht die Primärfarben
Rot, Grün und Blau wie im RGB-Farbraum verwendet, sondern das Bild wird durch Intensität, Farbton und
Farbsättigung dargestellt. Die Intensität entspricht dabei der gesamten Helligkeit der drei RGB-Kanäle,
der Farbton stellt den Wellenlängenbereich dar und die Sättigung bezeichnet den Grad der Farbreinheit relativ
zu Grau. Für jede dieser drei Komponenten können unabhängig von den anderen Komponenten digitale Bildverbesserungen
durchgeführt werden. Beispielsweise kann eine Kontrastverbesserung auf die Intensität ausgeführt werden,
ohne dass dadurch Farbton und Sättigung beeinflusst werden, wie es im RGB-Farbraum der Fall ist.
Das IHS-Modell kann auch dazu verwendet werden, räumliche Daten
verschiedener Auflösungen miteinander zu kombinieren. Dadurch können hochauflösende Daten einer bestimmten
Quelle als Intensitätskomponente und niedrigauflösende Daten einer anderen Quelle als Farbton- und Sättigungskomponenten
dargestellt werden. Das Resultat ist ein zusammengesetztes Bild mit der räumlichen Auflösung der hochauflösenden
Aufnahme und den Farbcharakteristiken des niedrigauflösenden Bildes. Auf diese Weisen lassen sich Satellitenaufnahmen,
Orthofotos, digitale Höhenmodelle und Vektordaten miteinander kombinieren. Das direkte Ersetzen der Intensitätskomponente
durch eine panchromatische Aufnahme führt jedoch nicht immer zu optimalen Resultaten. In solchen Fällen sollten
gewichtete Kombinationen der panchromatischen und der multispektralen Daten verwendet werden (Lillesand & Kiefer,
1994, p. 531 ff.).
|