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6.14.2 Fehlerquellen in der Datenverarbeitung

Grundsätzlich muss zwischen den Daten, die bereits digital und in georeferenzierter Form vorlagen, und den Daten, die im Verlauf der Verarbeitung digitalisiert und georeferenziert wurden, unterschieden werden. Bereits georeferenziert waren der digitale Übersichtsplan 1:10000 und die digitalen Grundbuchdaten. In beiden Fällen konnte von einer hohen Genauigkeit der Daten ausgegangen werden. Die Luftbilder, die Meliorationspläne sowie die Bodenkarte hingegen waren Daten, die in analoger Form zur Verfügung standen. Die erste potenzielle Fehlerquelle lag demnach im Digitalisieren dieser Daten.

Durch das Digitalisieren mit Hilfe von Scannern entstehen in der Regel geringfügige, unvermeidbare Abweichungen, da kaum ein Scanner eine Vorlage linear und somit frei von Verzerrungen abtasten kann. Mit einem hochpräzisen fotogrammetrischen Scanner werden bessere Resultate erzielt als mit einem herkömmlichen Flachbettscanner. Scanner, die über eine hohe physikalische Auflösung verfügen, erzielen genauere Resultate als Scanner mit niedrigerem Auflösungsvermögen.

Die Luftbilder von 1937 und 1951 wurden bedingt durch den verwendeten Scanner etwas zu dunkel digitalisiert. Dies konnte aber mit einer Anpassung der Helligkeit der Bilder korrigiert werden. Radiometrische Korrekturen beeinträchtigen jedoch in den meisten Fällen den Informationsgehalt eines Bildes, weshalb bereits beim Digitalisieren von Bildern auf eine optimale Helligkeit und eine angepasste Kontrastverteilung geachtet werden sollte.

Im Zusammenhang mit der Georeferenzierung sind Unsicherheiten zu erwähnen, die durch die Wahl der Passpunkte bedingt sind. Die Qualität einer Entzerrung hängt von der Anzahl, der Genauigkeit und der Verteilung der Passpunkte ab. Auf Grund der hohen Auflösung des digitalen Übersichtsplans 1:10000 von 25 cm konnten jedoch die Passpunkte am Bildschirm präzise gesetzt werden. Durch die Überwachung der Restfehlerbeträge und durch die anschliessende Korrektur der Passpunkte wurden die Fehler so gering wie möglich gehalten.

Nicht zu vernachlässigen sind schliesslich die Fehler, die bereits in den analogen Daten vorhanden waren. Diese wurden im Falle des Meliorationsplans 1946 deutlich. Trotz einer sorgfältigen Georeferenzierung wies das entzerrte Rasterbild nach wie vor eine gewisse Ungenauigkeit auf, die auf eine ungenaue und fehlerhaft gezeichnete Grundlage zurückzuführen ist.

Bei der Georeferenzierung zeigten sich naturgemäss Unterschiede zwischen den Luftbildern und den Satellitendaten. Die Topografie hatte auf die Satellitenaufnahmen einen wesentlich kleineren, im Untersuchungsgebiet kaum nachweisbaren Einfluss, weshalb zur Georeferenzierung der Satellitendaten auf ein digitales Höhenmodell verzichtet werden konnte (siehe Kapitel 6.7.1).

 

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