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4.2 Kartografische Grundlagen

4.2.1 Koordinatennetz der offiziellen schweizerischen Karten

Seit 1903 werden die eidgenössischen Landeskarten auf einer schiefachsigen winkeltreuen Zylinderprojektion aufgebaut (siehe Abbildung 7). Der Kartenmittelpunkt ist Bern, in diesem Punkt schneiden sich Mittelmeridian und Berührungsparallele der Konstruktion. Der Mittelmeridian wird in dieser echten Projektion (Projektionszentrum ist der Erdmittelpunkt) als Gerade abgebildet. Die zweite Gerade ist der Grosskreis durch Bern, der Berührungskreis des Zylinders. Die übrigen Breitenkreise und Meridiane werden im Netz als gekrümmte Linien abgebildet, die Meridiane laufen gegen Norden leicht zusammen.

 

Abbildung 7: Der Entwurf der schweizerischen Landeskarte basiert auf einer schiefachsigen, winkeltreuen Zylinderprojektion (Schertenleib et al., 1998, p. 58).

Da Ortsangaben in geografischen Koordinaten nicht sehr praktisch sind, wurde ein rechtwinkliges Netz in der Ebene des Abbildungszylinders entworfen, dessen Kartenmittelpunkt ebenfalls Bern ist. Dieses Netz bildet auch die Grundlage der Grundbuchvermessung, bei der die Angabe der Lage eines Punktes in x/y-Koordinaten erfolgt. Für den Mittelpunkt in Bern mit den geografischen Koordinaten 46 57' 08,66'' N und 7 26' 20,00'' E wählte man die Werte y = 600000 und x = 200000, wodurch sich innerhalb der Schweiz jeweils eindeutige, positive Werte ergeben. Der grössere Wert bezeichnet immer die West-Ost-Koordinate, der kleinere Wert immer die Süd-Nord-Koordinate. Die Landeskarten enthalten mit durchgezogenen Linien das Koordinatennetz, dessen Werte von links nach rechts und von unten nach oben gemessen werden. Die geografischen Koordinaten werden im Kartenrand jedes Blattes angegeben. Werte im Blatt können durch Interpolation gewonnen werden, der Fehler, der durch die gradlinige Konstruktion entsteht, kann dabei meist vernachlässigt werden (Mäder, 1992, p. 55 ff.). Auf Grund der Eigenschaften der oben beschriebenen winkeltreuen Zylinderprojektion weicht das rechtwinklige Gitternetz der schweizerischen Landeskoordinaten vom gekrümmten Netz der Breitenkreise und Meridiane ab. Im Osten der Schweiz beträgt die Abweichung der Meridiane von der Nordrichtung der Landeskoordinaten rund zwei Grad (siehe Abbildung 8).

 

Abbildung 8: Darstellung der Schweiz im Netz der geografischen Koordinaten und der Landeskoordinaten (Schertenleib et al., 1998, p. 59).

 

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